Erich- Kästner- Schule Lich
Geschrieben von: R.Jockel
Standort Erich-Kästner-Schule muss erhalten bleiben
Dieser Tage besichtigte die Kreistagsfraktion der Freien Wähler die beiden Grundschulen in Lich. „Ich kann nur über etwas entscheiden, wenn ich es auch vorher gesehen habe“, so Günther Semmler der Vorsitzende der FW-Kreistagsfraktion. Zunächst begaben sich die Kreispolitiker in die Jahnstraße und nahmen die Räumlichkeiten der Selma-Lagerlöf-Schule (SLS) in Augenschein. Anschießend fand die Besichtigung der Erich-Kästner-Schule (EKS) statt, wo sich auch eine Fraktionssitzung anschloss. Die Anna-Freud-Schule (AFS) hatten die Freien Wähler schon vor dem Neu/Umbau besichtigt. Roland Jockel, der ebenfalls der Kreistagsfraktion der FW angehört, hatte über dreißig Jahre an der AFS unterrichtet, kannte auch die EKS und konnte berichten.
Beide Schulen seien über 40 Jahre alt und auch in entsprechend marodem Zustand gewesen. In der AFS hätte es bereits bei der Einweihung 1970 durchgeregnet, so dass der damalige Landrat Ernst Türk die Feierlichkeiten mit aufgespanntem Regenschirm eröffnete. In der nachfolgenden Zeit gab es kein Jahr, wo nicht die Dachdecker abdichten mussten. Auch die Fenster seien zugig und echte Energieverschwender gewesen. Der Schulleiter der EKS – Jürgen Vesely – berichtete, dass es an seiner Schule nicht viel anders sei, wovon sich die Kreispolitiker überzeugen konnten. Auch hier musste ständig repariert und ausgebessert werden. So waren es zuletzt die Toilettenanlagen, die erneuert werden mussten. Aber alle ergriffenen Maßnahmen an beiden Schulen waren immer nur Flickwerk und verbesserten die marode Gesamtsituation keineswegs.
Von Seiten des Kreistages und der Schulverwaltung hatte man dies auch erkannt und eine dringende Sanierung beider Schulen beschlossen. Mit der AFS wurde begonnen und ein Neu/Umbau geschaffen, der auch den erhöhten Raumbedarf, die Mittagsbetreuung mit Küche und Mensa sowie Spezialräume berücksichtigte. Hierbei wurde auch vorgesehen, dass Räume der AFS von der EKS mitbenutzt werden sollten. Die Schüler der AFS waren während der Umbauzeit in der Jahnstraße, in den ehemaligen Räumen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule „ausgelagert“ worden, damit der Unterricht weitergehen konnte.
Inzwischen ist die Zurückführung des ausgelagerten Schulbetriebes in die neue AFS erfolgt und soll bis zu den Osterferien abgeschlossen sein. Die Pläne sahen vor, dass nun der Umzug der EKS-Schüler in die Jahnstraße erfolgen sollte, damit nach den Sommerferien die Sanierung der Grundschule begonnen werden kann. Dass dieser Umzug in die Räume an der Jahnstraße mit einigen Schwierigkeiten verbunden sein wird, war allen Beteiligten klar. Stehen doch für 13 Klassen nur 12 Räume zur Verfügung, der Schulsport in der Erich-Kästner-Halle ist mit langen Wegen verbunden oder muss ganz ausfallen und Fachräume sind so gut wie nicht vorhanden. Aber im Hinblick darauf, dass das nur eine Übergangslösung sein wird, bis die sanierte EKS wieder bezogen werden kann, nimmt man diese Unannehmlichkeiten in Kauf.
In enger Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat der EKS wurden Konzepte entwickelt für den künftigen Unterricht in der sanierten und erweiterten Grundschule .Hierfür liegen auch schon seit 2008 erste Planungsmaßnahmen vor und sowohl bauliche als auch organisatorische und pädagogische Konzepte wurden auch zwischen beiden Schulen in dieser Zeit erarbeitet. Es ist sehr erfreulich, dass zwischen Grundschule und Förderschule eine enge Zusammenarbeit besteht. Schülerinnen und Schüler beider Schulen werden zum Teil gemeinsam unterrichtet, Inklusionsklassen eingerichtet und Räumlichkeiten in der AFS (Küche etc.) von den Kindern der EKS mitbenutzt, so dass eine geregelte Mittagsbetreuung gewährleistet ist. Dadurch erfolgt zwischen Grundschule und Förderschule eine begrüßenswerte Kooperation und es werden Synergieeffekte erzeugt. Nicht nur in Hessen, sondern bundesweit gibt es bereits solche Einrichtungen, wo Grund- und Förderschulen erfolgreich zusammenarbeiten. Trotzdem bleibt den beiden Schulformen ihre Eigenständigkeit auf vielen Gebieten erhalten.
Verstanden haben die FW-Kreispolitiker überhaupt nicht, dass eine gesamte Auslagerung der EKS in die Jahnstraße erfolgen sollte. Wer diesen Gedanken verfolgt, kennt die Räumlichkeiten in der Jahnstraße nicht, die für den Schulbetrieb der EKS völlig unzureichend sind. Schon Klassen- und Fachräume hätten gefehlt, Küche, Mensabetrieb und Mittagsbetreuung hätten nicht stattfinden können und der Sportunterricht hätte weitgehend ausfallen müssen. Die Freien Wähler waren sich einig, dass die Sanierung der EKS schnellst möglich begonnen werden muss, damit auch für die Schülerinnen und Schüler in absehbarer Zeit wieder ein geregelter Unterricht am Standort Erich-Kästner-Straße stattfinden kann.
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